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Suchverhalten 2025: Das Ende klassischer Aktion-Keywords

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Über viele Jahre dominierten wir mit unserem Kunden, einem deutschsprachigen Keynote Speaker, die Suchergebnisse mit unseren Seiten und auch Suchbegriffskombinationen mit der Suchintention einer Aktion – „Keynote Speaker buchen“, „Vortragsredner in München buchen“ etc., kontinuierlicher Traffic, regelmäßige Buchungsanfragen. Die SEO-Arbeit zahlte sich aus. Bis zum Sommer 2024.

Innerhalb von drei Monaten brach die Sichtbarkeit komplett ein. Nicht die Rankings für generische Keywords – die waren weiterhin stabil. Aber für Aktion Keywords. Google zeigte unsere Seiten schlichtweg nicht mehr in den Suchergebnissen. Stattdessen: Speaker-Plattformen wie 5 Sterne Redner, Athenas, Speakers Excellence. Vergleichsportale. KI-generierte Übersichten. Und am schockierendsten: Unsere eigene Website wurde zur Wissensdatenbank.

Das Muster: Von Sixt bis Speaker – Vergleichsplattformen übernehmen

Dieses Phänomen ist nicht neu. Sixt erlebte dies bereits in der Vergangenheit. Nicht wegen schlechter SEO. Sondern weil Nutzer vergleichen wollen. Check24, Billiger Mietwagen, Happycar dominieren die Ergebnisse.

Was bei Mietwagen begann, setzt sich systematisch fort: In immer mehr Dienstleistungsbereichen nehmen Plattformen und Aggregatoren sichtbare Positionen in den Suchergebnissen ein – häufig auf Kosten der eigentlichen Dienstleister.

Die Logik dahinter: Menschen wollen Auswahlmöglichkeiten. Eine einzelne Anbieterseite – egal wie gut optimiert – bietet diese Auswahl nicht. Also bevorzugt Google systematisch Plattformen, die mehrere Optionen präsentieren.

Was zunächst bei transaktionalen Suchen wie Mietwagen oder Hotels Sinn machte, greift nun auch bei wissensintensiven Dienstleistungen: Anwälte, Berater, Coaches, Speaker. Überall dieselbe Entwicklung. Einzelanbieter verschwinden, Plattformen dominieren.

Der KI-Faktor: Suchverhalten ändert sich fundamental

Parallel zur Plattform-Dominanz passiert etwas Grundlegenderes: KI verändert, wie Menschen suchen. Nicht graduell – fundamental.

Unsere Analyse von 50.000 Suchanfragen im Speaker-Segment zwischen 2022 und 2024 zeigt:

  • Klassische Aktion-Keywords („gesucht“, „buchen“, „finden“): -73% Suchvolumen
  • Problem-beschreibende Suchanfragen: +340% Suchvolumen
  • Frage-basierte Suchanfragen: +420% Suchvolumen
  • Durchschnittliche Suchanfrage-Länge: von 3,2 auf 8,7 Wörter

Konkret bedeutet das:

2022: Keyword-Suche 2024: Problem-Beschreibung Veränderung
„Keynote Speaker München“ „Speaker für KI-Transformation im Mittelstand – wer hat Praxiserfahrung“ Von 3 auf 13 Wörter
„Redner Digitalisierung buchen“ „Wie digitalisiere ich mein Unternehmen ohne Mitarbeiter zu verlieren – brauche Speaker für Führungskräfte-Event“ Von 3 auf 17 Wörter
„Motivationspeaker Vertrieb“ „Vertriebsteam verliert Motivation in schwierigem Marktumfeld – welche Ansätze funktionieren“ Von 2 auf 13 Wörter

Der Grund ist offensichtlich: ChatGPT, Perplexity, Claude und andere KI-Tools haben Millionen Menschen beigebracht, anders zu suchen. Nicht in Keywords – in ganzen Sätzen. Nicht nach Anbietern – nach Lösungen. Nicht generisch – spezifisch.

Viele Nutzer formulieren Suchanfragen heute deutlich konversationeller – sie beschreiben ihr Problem, als würden sie mit einer Person sprechen. Für klassische Keyword-SEO ist das ein massiver Einschnitt.

Die brutale Diagnose: Unsere Website war ein SEO-Konstrukt

Als wir die Analyse für unseren Speaker-Kunden durchführten, war das Ergebnis ernüchternd. Seine Website war perfekt optimiert – für 2019. Jede Seite ein Keyword-Cluster:

  • „Keynote Speaker München“ – mit allen lokalen Varianten
  • „Speaker Digital Transformation“ – mit Branchenfokus
  • „Motivationspeaker Vertrieb Deutschland“ – geografisch optimiert

Technisch perfekt. Rankings stabil. Aber der Inhalt? Generisch. Austauschbar. Keine echten Antworten, keine spezifischen Lösungen, keine nachweisbare Expertise. Nur Behauptungen: „Ich bin Experte für Digitalisierung“, „Meine Keynotes inspirieren“, „Individuelle Vorträge für Ihre Veranstaltung“.

Google’s Bewertung war eindeutig: Wissensdatenbank. Die Website wurde indiziert, gecrawlt, als Quelle gespeichert – aber nicht mehr ausgespielt. Denn sie beantwortete keine der neuen, spezifischen Fragen, die Nutzer tatsächlich stellten.

Das bestätigte sich in den Search Console Daten: Impressions stabil, Clicks -82%. Die Seiten waren da – aber niemand sah sie mehr.

Das Vergleichsplattform-Problem: Wir kämpfen gegen die falsche Konkurrenz

Erschwerend kam hinzu: Die Speaker-Plattformen hatten den Wandel längst verstanden. Ihre Strategie war simpel und brutal effektiv:

5 Sterne Redner: Listet für jede Suchanfrage 20-30 Speaker mit kurzen Profilen. Google liebt diese Struktur – Nutzer bekommen Auswahl, die Plattform rankt.

Athenas: Positioniert sich als „Beratung“ – hilft Veranstaltern bei der Speaker-Auswahl. Bietet damit genau das, was Google als „helpful content“ wertet.

Speakers Excellence: Kombiniert Speaker-Listen mit redaktionellen Artikeln zu Event-Themen. Doppelter Mehrwert aus Google-Sicht.

In vielen Dienstleistungsbereichen lässt sich beobachten: Plattformen gewinnen überproportional an organischer Präsenz – während Einzelanbieter häufiger Sichtbarkeit verlieren, obwohl ihre technischen Grundlagen stimmen.

Die harte Wahrheit: Als Einzelanbieter gegen Plattformen anzukämpfen ist aussichtslos. Wir können diese Schlacht nicht gewinnen. Aber wir können ein anderes Spiel spielen.

Die Lösung: Content für KI-Systeme und Menschen

Nach monatelanger Analyse und Testphasen entwickelten wir eine neue Strategie. Nicht „mehr SEO“ – sondern fundamental andere Inhalte.

Schritt 1: Von Keywords zu konkreten Problemen

Wir eliminierten alle „gesucht/buchen“-Seiten. Komplett. Stattdessen analysierten wir 200 vergangene Buchungsgespräche: Welche konkreten Probleme hatten die Veranstalter? Welche Fragen stellten sie immer wieder?

Daraus entstanden neue Inhalte:

Alt: „Speaker Digital Transformation – Keynotes zu Digitalisierung und Innovation“
Neu: „KI-Implementierung im Mittelstand: Warum 83% der Projekte scheitern – Analyse von 200 gescheiterten Transformationen“

Alt: „Motivationsspeaker Vertrieb – Erfolgreiche Vorträge für Verkaufsteams“
Neu: „Vertriebsmotivation ist tot: Was High Performer wirklich antreibt (Spoiler: keine Motivationsreden)“

Der Unterschied: Jeder neue Artikel beantwortete eine spezifische Frage. Mit konkreten Beispielen. Mit klarer Haltung. Mit nachweisbarer Expertise.

Schritt 2: Inhalte für KI-Suche optimieren

ChatGPT, Perplexity und Googles KI-Übersichten in der Suche (AI Overviews) – diese Systeme suchen nach bestimmten Content-Mustern:

Struktur mit klaren Antworten: KI-Systeme bevorzugen Inhalte, die Fragen direkt beantworten. Nicht „könnte“, „möglicherweise“, „unter Umständen“ – sondern klare Aussagen mit Begründungen.

Expertise-Signale: Konkrete Zahlen, Studien, eigene Daten. Wir integrierten Ergebnisse aus 500+ durchgeführten Keynotes, anonymisierte Mandanten-Cases, eigene Umfragen.

Quellenangaben: Jede zentrale Aussage mit Quellenangabe. Inhalte mit nachvollziehbaren Referenzen sind leichter zu prüfen und zu zitieren.

Verständliche Sprache: Keine Buzzwords, kein Marketing-Speak. Konkrete, nachvollziehbare Argumentation.

Ein Beispiel: Der Artikel „Warum 83% aller KI-Projekte im Mittelstand scheitern“ enthielt:

  • Eigene Analyse von 200 Transformationsprojekten (konkrete Datenbasis)
  • 12 spezifische Fehlerquellen mit Beispielen (klare Struktur)
  • Verweise auf wissenschaftliche Studien (Expertise-Signale)
  • 3 detaillierte Case Studies von gescheiterten Projekten (Praxisbezug)
  • Konkrete Handlungsempfehlungen für jede Phase (Mehrwert)

Das Ergebnis: Der Artikel wurde in Tests mit wiederkehrenden Prompt-Sets in KI-Antwortsystemen regelmäßig als Quelle herangezogen – deutlich häufiger als klassische „buchen/gesucht“-Landingpages.

Schritt 3: Spezialisierung als strategischer Fokus

Der schwerste Schritt: Komplette Neufokussierung. Vom „Speaker für Innovation, Digital Transformation, Motivation“ zum „Experten für KI-getriebene Geschäftsmodell-Transformation im B2B-Mittelstand“.

Diese Spezialisierung hatte drei Konsequenzen:

1. Dramatisch reduzierter Suchmarkt: Die Zielgruppe wurde deutlich kleiner und spezifischer. Statt breiter Masse erreichten wir nun eine hochspezialisierte Nische.

2. Deutlich höhere Relevanz: Jede Anfrage kam von genau der richtigen Zielgruppe. Keine „Suchen Sie Speaker für unsere Team-Feier“-Anfragen mehr. Nur noch qualifizierte Event-Planer mit spezifischem Bedarf.

3. Komplett veränderte Honorarstruktur: Generische Digitalisierungs-Keynotes: 3.500-5.000€. Spezialisierte KI-Transformations-Keynotes: 12.000-18.000€.

Die Ergebnisse: 8 Monate später

Die Transformation dauerte 8 Monate. Von Sommer 2024 bis Frühjahr 2025 arbeiteten wir die komplette Content-Strategie um. Die Zahlen:

Traffic & Sichtbarkeit:

  • Organischer Traffic: -42% (von 8.200 auf 4.750 Besucher/Monat)
  • Keyword-Rankings Top-10: -38% (von 340 auf 210 Keywords)
  • Sichtbarkeitsindex (Sistrix): -35%

Klassische SEO-Metriken: Katastrophal. Aber dann:

Qualität & Konversion:

  • Buchungsanfragen: +135% (von 18 auf 42 pro Quartal)
  • Qualifizierte Anfragen (Zielgruppe passt): +290%
  • Anfragen über „Ich habe Ihren Artikel gelesen“: von 12% auf 78%
  • Durchschnittliches Honorar: +110% (von 4.200€ auf 8.800€)
  • Buchungsquote: von 22% auf 58%
  • Folgebuchungen: von 15% auf 41%

KI-Präsenz:

  • Erwähnungen in KI-Antworten: regelmäßig bei relevanten Anfragen (interne Tests)
  • Quellenangaben in KI-Tools: signifikant häufiger als bei klassischen Landingpages (interne Tests)
  • Ausspielung in Google AI Overviews: in einzelnen Fällen bei spezifischen Fragestellungen beobachtet (interne Beobachtung)

Die brutale Wahrheit: Weniger Traffic bedeutet nicht weniger Erfolg. Es bedeutet den richtigen Traffic.

Was Google wirklich geändert hat: Die drei Verschiebungen

Unsere Analyse von über 200 Websites in verschiedenen Dienstleistungsbereichen zeigt drei fundamentale Verschiebungen in Google’s Algorithmus:

Verschiebung 1: Auswahl über Einzelanbieter

Google priorisiert systematisch Inhalte, die Nutzern Wahlmöglichkeiten bieten. Vergleichs- und Übersichtsformate matchen häufiger eine Suchintention, die auf Orientierung und Auswahl zielt – während Einzelanbieter-Seiten diese Erwartung oft nicht erfüllen.

Beispiele aus verschiedenen Branchen:

  • Mietwagen: Check24, Billiger Mietwagen dominieren
  • Speaker: Plattformen wie 5 Sterne Redner dominieren
  • Anwälte: anwalt.de, advocado dominieren
  • Handwerker: MyHammer, Check24 dominieren

Die Konsequenz: Als Einzelanbieter gegen Plattformen kämpfen ist aussichtslos. Wir brauchen eine andere Strategie.

Verschiebung 2: Problem-Lösung über Anbieter-Suche

Google hat in den letzten Jahren wiederholt betont, dass Inhalte, die primär für Suchmaschinen statt für Menschen erstellt werden, langfristig schlechter performen – und dass hilfreiche, problemlösende Inhalte bevorzugt werden.

Eine Analyse der Google Search Quality Rater Guidelines zeigt explizite Bewertungskriterien für „helpful content“. Die wichtigsten:

  • Beantwortet der Inhalt eine spezifische Frage vollständig?
  • Bietet der Inhalt Expertise, die über allgemein verfügbares Wissen hinausgeht?
  • Würde ein Mensch diesen Inhalt als hilfreich für sein Problem bewerten?
  • Ist der Inhalt primär für Menschen oder für Suchmaschinen erstellt?

Klassische „Keynote Speaker München gesucht“-Seiten fallen bei allen vier Kriterien durch.

Verschiebung 3: Expertise-Signale über Standort-Signale

Die vielleicht drastischste Änderung: Bei wissensintensiven Dienstleistungen sind Nähe- und Standort-Signale oft weniger ausschlaggebend als nachweisbare Expertise. Nutzer suchen nicht mehr nur nach „in meiner Stadt“, sondern nach „passt zu meinem spezifischen Problem“.

Google’s Algorithmus reagiert: Expertise-Signale (Fachartikel, Publikationen, Zitationen, Content-Qualität) werden bei der Ranking-Berechnung häufig stärker gewichtet als reine Standort-Signale (NAP, GBP, lokale Backlinks) – insbesondere dann, wenn die Dienstleistung nicht zwingend lokal erbracht werden muss.

Praktische Umsetzung: Ihr Fahrplan

Basierend auf unserer Erfahrung mit über 40 Dienstleistern in der Transformation:

Phase 1: Analyse (Woche 1-2)

  1. Traffic-Quelle identifizieren: Woher kommen Ihre aktuellen Anfragen wirklich? Nicht Traffic – Anfragen. Analysieren Sie die letzten 50 Buchungsgespräche: Welche Seiten haben die Interessenten gesehen?
  2. Keyword-Realität checken: Für welche Keywords ranken Sie noch, werden aber nicht mehr ausgespielt? Search Console zeigt: Impressions vs. Clicks. Ein Verhältnis schlechter als 1:20 ist ein Warnsignal.
  3. Plattform-Konkurrenz bewerten: Welche Plattformen dominieren Ihre wichtigsten Keywords? Wenn 7 von 10 Top-Positionen Plattformen gehören, haben Sie ein Problem.

Phase 2: Problemkatalog (Woche 3-4)

  1. Kundengespräche analysieren: Gehen Sie Ihre letzten 100 Erstgespräche durch. Welche 20 Fragen/Probleme tauchen immer wieder auf?
  2. KI-Suche simulieren: Fragen Sie ChatGPT, Perplexity, Claude nach Ihrem Themenbereich. Welche Fragen stellen diese Systeme? Welche Inhalte empfehlen sie? Taucht Ihre Website auf?
  3. Spezialisierung definieren: Was können Sie nachweisbar besser als 95% Ihrer Konkurrenz? Nicht „glauben“ – nachweisen. Mit Daten, Cases, Ergebnissen.

Phase 3: Content-Transformation (Monat 2-4)

  1. Alte Seiten umstrukturieren: Bauen Sie veralteten „buchen/suchen“-Content systematisch zu Informationsseiten um, die echte Information zur Buchung liefern.
  2. Problem-Content erstellen: Zu jedem der 20 identifizierten Probleme: Ein fundierter Artikel, Minimum 2.000 Wörter, mit konkreten Antworten, Quellenangaben, Praxisbeispielen.
  3. Expertise demonstrieren: Eigene Daten integrieren. Mandanten-Cases (anonymisiert). Studien. Zahlen. Beweise für Ihre Expertise.
  4. KI-Optimierung: Klare Struktur, direkte Antworten, Quellenangaben, verständliche Sprache. Testen Sie jeden Artikel: Wird er in KI-Antworten als Quelle aufgegriffen?

Phase 4: Positionierung (Monat 5-8)

  1. Spezialisierung kommunizieren: Überall. Website-Header, LinkedIn-Profil, E-Mail-Signatur, Erstgespräche. Nicht mehr „Ich mache alles“ – sondern „Ich bin DER Experte für X“.
  2. Lokale Limits aufheben: Wenn Ihre Dienstleistung nicht zwingend lokal sein muss – warum limitieren Sie sich geografisch?
  3. Honorar anpassen: Spezialisten dürfen (und müssen) mehr verlangen. Kalkulieren Sie neu.
  4. Qualifizierung schärfen: Nicht mehr jeden Auftrag annehmen. Nur noch die, bei denen Ihre Spezialisierung wirklich gefragt ist.

Die häufigsten Fehler (und wie Sie sie vermeiden)

Fehler 1: „Ich muss mehr SEO machen“

Nein. Mehr vom Falschen hilft nicht. Wir haben einen Speaker gesehen, der 40 neue „Keyword-optimierte“ Seiten erstellte. Ergebnis: Null zusätzliche Sichtbarkeit. Das Problem ist nicht Quantität – es ist die falsche Herangehensweise.

Lösung: Weniger Seiten, aber bessere Inhalte. Ein fundierter 3.000-Wort-Artikel zu einem spezifischen Problem ist wertvoller als 10 generische Keyword-Seiten.

Fehler 2: „Ich verliere Kunden, wenn ich mich spezialisiere“

Die größte Angst aller Dienstleister. Unsere Analyse von 40 Transformationsfällen zeigt: Die meisten Dienstleister hatten nach der Spezialisierung mehr qualifizierte Anfragen – nicht weniger.

Lösung: Sie verlieren die falschen Kunden (die Sie eh nicht wollten) und gewinnen die richtigen (die bereit sind, für Expertise zu zahlen).

Fehler 3: „Lokalität ist mein Vorteil“

War es. Bis 2022. Heute ist es eine Limitierung. Ein Speaker aus München konkurriert nicht mehr mit Speakern aus München – sondern mit allen deutschsprachigen Speakern zu seinem Thema.

Lösung: Denken Sie Ihr Marktgebiet neu. Digital, deutschlandweit, international. Expertise kennt keine Stadtgrenzen.

Fehler 4: „KI-Suche ist noch nicht relevant“

KI-Features in der Google-Suche (AI Overviews) wurden in den letzten Jahren stark ausgerollt: seit Oktober 2024 in 100+ Ländern, seit Mai 2025 in 200+ Ländern und Territorien (Google). Gleichzeitig haben KI-Tools wie ChatGPT eine breite Nutzung erreicht.

Lösung: Optimieren Sie Ihre Inhalte JETZT für KI-Systeme. In 12 Monaten ist es zu spät.

Was das für verschiedene Branchen bedeutet

Anwälte:

Statt „Fachanwalt Arbeitsrecht München“ → „Kündigung erhalten: Ihre Rechte in den ersten 48 Stunden (Checkliste für Arbeitnehmer)“

Berater:

Statt „Unternehmensberatung Hamburg“ → „Wie mittelständische Produktionsunternehmen ihre Lieferketten krisensicher aufstellen (10 konkrete Maßnahmen)“

Coaches:

Statt „Business Coach Frankfurt“ → „Warum 90% aller Scale-ups am Führungsteam scheitern (nicht am Produkt)“

Steuerberater:

Statt „Steuerberater Berlin“ → „Kryptowährungen versteuern 2025: Der komplette Leitfaden (inkl. Beispielrechnungen)“

Das Muster ist immer gleich: Vom generischen Anbieter zum spezialisierten Problem-Löser.

Zeitrahmen: Realistische Erwartungen

Diese Transformation ist kein Quick Fix. Unsere Erfahrung zeigt:

  • Monate 1-3: Traffic sinkt. Anfragen sinken. Es fühlt sich falsch an. Das ist normal.
  • Monate 4-6: Erste qualifizierte Anfragen über neue Inhalte. Noch nicht viele, aber deutlich besser qualifiziert.
  • Monate 7-9: Kipppunkt. Neue Anfragen übersteigen alte Anfragen – bei besserer Qualität.
  • Monate 10-12: Stabilisierung auf neuem Niveau. Weniger Traffic, weniger Anfragen, aber deutlich höhere Konversion und Honorare.

Rechnen Sie mit 6-12 Monaten bis zum messbaren Erfolg. Wer nicht diese Geduld hat, sollte nicht anfangen.

Die unbequeme Wahrheit

Klassisches Keyword-SEO für Dienstleister funktioniert nicht mehr.

Die Zahlen sind brutal eindeutig: „gesucht/buchen/finden“-Keywords haben seit 2022 in vielen Märkten spürbar Suchvolumen verloren. Google spielt diese Seiten häufig weniger aus – selbst bei perfekten Rankings. KI-Systeme ignorieren sie in der Regel komplett.

Wer jetzt nicht umstellt, verliert. Nicht irgendwann – bereits jetzt. Monat für Monat sinkt die Sichtbarkeit, während Plattformen die Suchergebnisse übernehmen und KI-Systeme die Spielregeln neu definieren.

Die gute Nachricht: Die Alternative funktioniert. Problem-zentrierter Content, klare Spezialisierung, Expertise-Nachweis – dieser Ansatz generiert messbar bessere Ergebnisse. Nicht mehr Traffic – besseren Traffic. Nicht mehr Anfragen – bessere Anfragen.

Die Frage ist nicht mehr, ob Sie umstellen. Sondern wie schnell Sie es schaffen, bevor Ihre Konkurrenz es tut.

„Die Website ist nicht mehr Visitenkarte. Sie ist Ihre Expertise-Demonstration. Und wenn Sie keine Expertise zu demonstrieren haben – dann haben Sie ein Problem, das kein SEO der Welt lösen kann.“

Quellenverzeichnis

  1. Google (2024). „AI Overviews in Search are coming to more places around the world.“ Google Blog (Oct 28, 2024).
  2. Google (2025). „AI Overviews expand to over 200 countries and territories.“ Google Blog (May 20, 2025).
  3. Google (laufend aktualisiert). „Search Quality Evaluator Guidelines.“ Raterhub PDF.
  4. Google (2024). „March 2024 core update & spam updates“ (Search Central Blog / Developer Blog).
  5. Reuters (2024). „OpenAI says ChatGPT’s weekly users have grown to 200 million“ (Aug 29, 2024).
  6. Eigene Analyse (2022–2024). Auswertung von 50.000 Suchanfragen im Speaker-Segment; plus Auswertung von Buchungsgesprächen und Content-Tests.

Hinweis: Die dargestellte Fallstudie basiert auf realen Projekterfahrungen, ist jedoch abstrahiert und zusammengeführt. Branchen, Zahlen und Zeiträume wurden angepasst, um Rückschlüsse auf einzelne Kunden auszuschließen.

Suchverhalten 2025: Das Ende klassischer Aktion-Keywords

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